Nikolaus und Weihnachten - 6. Dezember

 

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Weihnachtsmann, Christkind und Nikolaus?

Alljährlich an Weihnachten treten auch die beliebten Figuren dieser Zeit in Erscheinung. Wir erklären den Unterschied! Traditionell bringt der Weihnachtsmann dann am Heilig Abend unzählige Kinderherzen zum Leuchten. Mitunter wird aber ebenfalls von dem Christkind als Geschenk-Bote gesprochen, was zunehmend für Verwirrung sorgt. Nicht zu vergessen der Nikolaus, der auch mit den Weihnachtssitten in Verbindung gebracht wird.

Bei dieser Vielzahl an Persönlichkeiten kannst Du selbst als eingefleischter Weihnachtsfan schon einmal durcheinanderkommen. Dabei fragst Du Dich sicher, Nikolaus und Weihnachtsmann: Wo liegt der Unterschied? Und was ist das Christkind? Um darauf zu antworten, solltest Du den Anfang des Geschenke-Brauchtums kennen, denn der begann mit einem Heiligen, dem berühmten Bischof Nikolaus von Myra.

Der Nikolaus – Ursprung des weihnachtlichen Gabenbringers

Hinter dem Namen Nikolaus verbirgt sich Nikolaus von Myra, der im Jahre 270 in der heutigen Türkei geboren wurde. Folglich hat er wirklich gelebt und wurde schon im zarten Alter von 17 Jahren zum Bischof ernannt. Insbesondere sein gütiger Charakter brachte ihm eine große Beliebtheit ein und es ranken sich verschiedene Mythen darum, dass er zeit seines Lebens viele gute Taten und Wunder vollbracht hat.

Dazu gehört angeblich die Rettung unzähliger Kinder und das sichere Geleit von Seefahrern, die in Not geraten waren. Dadurch wurde Nikolaus von Myra nach seinem Tod am 6. Dezember 345 heiliggesprochen. Noch heute bildet er eine der zentralen Figuren der katholischen Kirche, wo er als Schutzpatron aller Seemänner und Kinder verehrt wird.
In Bezug auf die weihnachtliche Geschenk-Tradition hat hingegen die Geschichte um drei mittellose Jungfrauen eine entscheidende Bedeutung. Ihnen soll der Bischof heimlich bei Nacht drei goldene Kugeln in das Zimmer gebracht haben, damit sie ihre Mitgift zahlen und der Prostitution entgehen konnten. Daraus formte sich das Ritual, den Gedenktag des heiligen Mannes mit einem Akt der Nächstenliebe zu vereinen, und Kindern mit kleinen Gaben eine Freude zu machen. Ursprünglich kamen hierbei nur Äpfel, Nüsse oder Gebäck zum Einsatz. Dies wurde den Kleinen am Nikolaustag nachts in ihre Strümpfe oder Schuhe gelegt.

Heutzutage wird Nikolaus immer noch am 6. Dezember gefeiert, am 5. Dezember kommt aber vorher noch der Krampus (ein Begleiter des Nikolaus, früher auch als Knecht Ruprecht bezeichnet) zu den schlimmen Kindern, um sie zu erschrecken.

Außerdem wird das Fest längst nicht mehr als Hauptereignis der Weihnacht zelebriert, sondern eher als Vorfreude auf den kommenden Heilig Abend. Schließlich haben der Weihnachtsmann und das Christkind den Wert des Nikolaus zunehmend abgeschwächt. Diese Tatsache wirft aber die Frage auf: Was ist das Christkind?

Das Christkind – protestantische Antwort auf den Nikolaus

Im 16. Jahrhundert, zu Zeiten der Reformation, übte Martin Luther scharfe Kritik an dem festen Brauch, dem Nikolaus einen Gedenktag zu widmen, denn die Huldigung von Heiligen widerstrebte seiner Weltansicht. Deswegen entschied er sich, ein überirdisches Wesen zu erfinden, welches in den nichtkatholischen Kirchengemeinden den Nikolaus ersetzen sollte. Jenes erhielt den Namen Christkind, da es in Anlehnung an die Geburt Jesus Christus entstand. Darum wurde sein Ehrentag auch auf den Geburtstag Christus, den 24. Dezember, verlegt.

Zunächst hatte das Christkind noch eine optische Ähnlichkeit mit dem Jesuskind, doch mit der Zeit wandelte sich seine Erscheinung. In den Köpfen der Menschen prägte sich das Bild einer engelsgleichen Figur ein, die über Flügel, weiße Gewänder und goldene Locken verfügt und Reinheit sowie Kindlichkeit ausstrahlt. Nachdem anfangs nur die Protestanten diesem Brauchtum folgten, verbreitete es sich über die Jahrhunderte auch in den katholischen Gebieten.
Somit feierten die Familien fortan am 24. Dezember das Fest der Liebe, bei dem das Christkind entweder noch am selben Abend oder in der Nacht auf den 25. Dezember die Geschenke brachte. Bis heute hat es in Österreich, Schweiz und katholischen Kreisen Deutschlands Bestand. In den nördlichen Regionen schaffte es wiederum der Weihnachtsmann, zu der Ikone der Weihnacht zu werden.

Der Weihnachtsmann – fiktive Gestalt mit internationaler Bekanntheit

Sicher ist Weihnachten ohne den Weihnachtsmann für Dich undenkbar, aber der freundliche Präsentbote hat keinerlei geschichtlichen Hintergrund. Genau wie das Christkind ist er eine reine Erfindung, die aus mehreren Figuren, darunter dem Nikolaus oder Knecht Ruprecht, entstand. Von ihnen übernahm er seine optischen Merkmale und wurde zu dem alten Mann mit Rauschebart sowie rotweißen Gewändern.

Die Bezeichnung Santa Claus ist eine amerikanische Version des ursprünglich aus den Niederlanden stammenden Namens Sinterklaas. Father Christmas, Saint Nick sind weitere Namen des Weihnachtsmannes.

Zudem war er in Amerika eine populäre Märchengestalt der weihnachtlichen Zeit, die als Vorlage für diverse Film- sowie Fernsehproduktionen diente und demnach auch in Deutschland eine wachsende Anhängerschar fand. Schon Hoffmann von Fallersleben widmete ihm im 18. Jahrhundert eines seiner Gedichte. Mit der Zeit gelange es ihm so, das Christkind als Überbringer von Geschenken am Abend des 24. Dezembers oder auch in der Nacht auf den 25. Dezember zu verdrängen.

In der modernen Weihnachtswelt ist inzwischen eine friedliche Co-Existenz von Weihnachtsmann, Christkind und Nikolaus möglich. Auf die Frage „Nikolaus und Weihnachtsmann: Wo liegt der Unterschied?“ lässt sich darum nur sagen, der eine legte mit seiner selbstlosen Art zu Lebzeiten den Grundstein für die Bescherung, doch die Vorstellung von einem gutherzigen alten Mann, der den Menschen am Heilig Abend ihre Herzenswünsche erfüllt, ist heute sehr weit verbreitet.

Dennoch reißen die Berichte über das Verschwinden der Heiligen aus Österreichs Kinderbetreuungseinrichtungen nicht ab, Einzelfälle werden als Trend hingestellt, Themen verquickt. Es ist wohl einfach auch eine schnelle, „gute“ Geschichte, das langsame Sterben des Nikolo. Wahr ist sie nicht: Es gibt den Nikolo noch - strahlende Kinderaugen auch.

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