Das dritte Geheimnis von Fatima rekonstruiert

Leo DeGard & Robert Müntefering

Vor wenigen Wochen jährte sich zum zehnten Mal die Veröffentlichung des dritten Fatima-Geheimnisses durch den Vatikan. Am 26. Juni 2000 waren Kardinal Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI., und Erzbischof Bertone vor die Weltöffentlichkeit getreten, um Millionen von erwartungsvollen Katholiken zu offenbaren, welche Botschaft die drei Seherkinder bei der dritten Marienerscheinung im portugiesischen Fatima am 13. Juli 1917 von der Gottesmutter empfangen hatten. Nachdem die ersten beiden Geheimnisse bereits am 13. Mai 1942 öffentlich bekanntgegeben worden waren, rankten sich um den Inhalt des dritten Geheimnisses jahrzehntelang viele Spekulationen, und auch nachdem der Vatikan das dritte Geheimnis im Jahr 2000 endlich verkündet hatte, blieb dessen Inhalt reichlich umstritten. So mancher Fachmann hielt die Veröffentlichung für verkürzt, andere vermuteten dahinter sogar eine vollständige Fälschung. Nun ist es erstmals gelungen, den Inhalt des dritten Geheimnisses astrologisch zu rekonstruieren.

Eine Woche vor dem Eintreffen von Johannes Paul II. zum Jahrestag der Marienerscheinung am 13. Mai 2000 in Fatima hatte der zuständige Bischof Serafim im Auftrag des Papstes auf einer Pressekonferenz angegeben, dass der Papst in Fatima eine für die gesamte Menschheit wichtige Botschaft verkünden würde. In Millionen von Katholiken war die Hoffnung gekeimt, nun endlich das dritte Geheimnis von Fatima zu erfahren, das, wie bereits vor Jahrzehnten durchgesickert war, laut dem Willen der Gottesmutter spätestens im Jahr 1960 hätte veröffentlicht werden sollen. Bereits Tage vor dem Papstbesuch war bekannt geworden, dass sich Johannes Paul II. bei seiner Predigt nicht nur zu dem bislang streng gehüteten dritten Geheimnis äußern wolle, sondern es sogar selbst verlesen würde. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an diese Predigt. Doch statt des dritten Geheimnisses hörten die Menschen auf dem größten Kirchenplatz der Welt eine päpstliche Predigt über die Apokalypse des Johannes. Wer den Inhalt dieser prophetischen Schrift kennt, ahnt, dass Johannes Paul II. damit einen Hinweis auf den Inhalt des dritten Geheimnisses geben wollte, ohne es direkt zu benennen. Offenbar war der Papst durch einflussreiche Kräfte im letzten Moment an der Erfüllung seiner ursprünglichen Absicht gehindert worden, das dritte Geheimnis in Fatima selbst zu offenbaren. Stattdessen mussten die Gläubigen einen weiteren Monat warten, bis Kardinal Ratzinger in seiner damaligen Eigenschaft als Präfekt der Glaubenskongregation endlich am 26.Juni 2000 vor die Öffentlichkeit trat, um das dritte Geheimnis zu verkünden. Doch was dort veröffentlicht wurde, also die offizielle Fassung des dritten Geheimnisses, war eine erneute Enttäuschung für die meisten Fatima-Kenner, denen sofort klar war, dass diese Veröffentlichung lediglich eine stark zensierte Fassung eines wesentlich brisanteren Textes sein konnte. In der vom Vatikan veröffentlichten Version wird eine Szene beschrieben, in welcher der Papst in Begleitung von Klerikern und Gläubigen durch eine große, halb zerstörte Stadt geht, bis er schließlich zusammen mit seiner Begleitung von einer Gruppe Soldaten erschossen wird. Zur Überraschung der katholischen Öffentlichkeit deuteten Papst Johannes Paul II. und Kardinal Ratzinger diese Szene als das Papstattentat vom 13. Mai 1981 auf dem Petersplatz durch den Türken Ali Agca und erklärten, dass sich das dritte Geheimnis somit auf ein zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits zurückliegendes Ereignis beziehe und die Vorhersagen von Fatima als Ereignisse der Vergangenheit damit insgesamt abgeschlossen seien. Ratzinger kommentierte: »Soweit einzelne Ereignisse dargestellt werden, gehören sie nun der Vergangenheit an: Wer auf aufregende apokalyptische Enthüllungen über das Weltende oder den weiteren Verlauf der Geschichte gewartet hatte, muss enttäuscht sein. Solche Stillungen unserer Neugier bietet uns Fatima nicht, wie denn überhaupt der christliche Glaube nicht Futter für unsere Neugierde sein will und kann.«

Doch Ratzinger verharmloste damit nicht nur den Inhalt des dritten Geheimnisses, sondern er stellte die Erscheinung an sich in Frage und gab die Fatima-Seherin Lucia dos Santos sogar der Lächerlichkeit preis, als er schrieb: »Der Schluss des Geheimnisses erinnert an Bilder, die Lucia in frommen Büchern gesehen haben mag und deren Inhalt aus frühen Einsichten des Glaubens geschöpft ist«, was im Klartext nichts anderes bedeutet, als dass er ihrer Vision nicht traut und selbige für die Ausgeburt ihrer Phantasie hält. Dieses Gebaren erhärtete den Verdacht, dass es sich bei der Veröffentlichung vom Juni 2000 um eine bewusste Verfälschung und vorsätzliche Fehldeutung der Fatima-Botschaft handelte. Tatsächlich sprechen zahlreiche Indizien dafür, dass der veröffentlichte Text zwar wahrscheinlich authentisch, aber vorsätzlich falsch gedeutet und darüber hinaus unvollständig ist. Denn erstens ist festzustellen, dass entgegen der vatikanischen Deutung bei jenem Papstattentat vom 13. Mai 1981 niemand getötet wurde und auch die Begleitumstände dieses Attentats völlig andere waren, als in der Veröffentlichung beschrieben sind. Zweitens scheint in dem mutmaßlich noch immer unveröffentlichten Teil der Fatima-Prophezeiung mindestens eine Zeitangabe enthalten zu sein, denn wie sonst hätte Papst Johannes der XXIII., der den Inhalt der Botschaft kannte, im Jahr 1959 die Veröffentlichung derselben mit der Begründung verweigern können, dass die Botschaft nicht sein Pontifikat betreffe und er die Entscheidung über die Veröffentlichung daher seinem Nachfolger überlassen würde? Zudem hatte ein Sondergesandter des Papstes, der mit dem dritten Geheimnis vertraut war, schon im Jahr 1952 geäußert, er dürfe nichts von dem, was er über das dritte Geheimnis erfahren hatte, verraten. Er könne nur sagen, dass es zwei Teile beinhalte, einer betreffe den Papst und der andere weise auf einen nicht näher beschriebenen Glaubensabfall hin, von dem nur Portugal ausgenommen sein würde. Selbst Johannes Paul II. hatte im Jahr 1980 darauf hingewiesen, dass man die Weisungen der Gottesmutter zur Veröffentlichung der Botschaft leider nicht befolgen konnte, und zwar »wegen des schweren Inhalts, um damit die kommunistische Weltmacht nicht zu gewissen Handlungen zu ermuntern«. Diese Hinweise auf den Inhalt der dritten Botschaft sind mit der im Jahr 2000 veröffentlichten Fassung nicht in Einklang zu bringen. Darüber hinaus hatte kein Geringerer als Kardinal Ratzinger persönlich schon vor Jahrzehnten mehrfach betont, dass der Inhalt des dritten Geheimnisses inhaltlich mit den Botschaften aus anderen Marienerscheinungen – man denke an La Salette oder Akita – übereinstimme. In diesen Marienbotschaften ist jedoch nicht die Rede von jenem Attentat, sondern von einem apokalyptischen Strafgericht, das über die Menschheit hereinbrechen wird und das nur unter ganz bestimmten Bedingungen abgewendet werden könne. Und eben darin liegt, wie jeder aufrichtig Gläubige weiß, auch der Sinn aller Marienerscheinungen wie überhaupt der gesamten Prophetie. Es geht nicht darum, die menschliche »Neugierde« zu befriedigen, wie Ratzinger unterstellt, sondern sie sind eine konkrete Warnung des Himmels an die Menschheit und der Aufruf zu aktivem Handeln, um dieses so häufig beschriebene apokalyptische Strafgericht abzuwenden. Dass es auch bei der Fatima-Botschaft um dieses Strafgericht und seine Verhinderung ging, wird schon anhand der bereits seit 1942 bekannten ersten beiden Geheimnisse von Fatima klar, in denen die Gottesmutter vom Papst ausdrücklich »die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz« forderte, denn nur dadurch könne die Strafe Gottes »durch Krieg, Hungersnot, Verfolgungen der Kirche und des Heiligen Vaters« abgewendet werden.

Bestätigt wurde dies von der Seherin Lucia selbst, die im Lauf der Jahrzehnte auf inoffiziellen Wegen mehrfach versucht hatte, die Menschheit vor dieser Strafe zu warnen und den Papst zur Veröffentlichung der Botschaft zu drängen. Aus sicherer Quelle ist bekannt, dass sie noch im Jahr 2004, wenige Monate vor ihrem Tod, aus ihrem Kloster im portugiesischen Coimbra an alle Karmelklöster dieser Erde ein Schreiben gesandt hatte, mit der Bitte um tägliches Rosenkranzgebet, denn es stünde eine Katastrophe ungeheueren Ausmaßes bevor. Bei dieser Begründung heulten im Vatikan wohl alle Alarmsirenen auf: Die Vertuschung des dritten Geheimnisses war in akuter Gefahr. Aus Rom eilte sofort Kardinal Bertone nach Coimbra und verpflichtete die alte Klausurnonne erneut zu strengstem Stillschweigen, da anderenfalls eine weltweite Panik ausbrechen würde. Die Vertuschungsaktion gelang und seit ihrem Tod im Februar 2005 brauchte der Vatikan keine weiteren Indiskretionen Lucias mehr zu befürchten, denn Tote reden bekanntlich nicht mehr.

Doch statt die Botschaft Marias an die Welt in jenem Jahr zu veröffentlichen, schirmte der Klerus die Fatima-Seherin Schwester Lucia vor der Öffentlichkeit ab und verbot ihr sogar, über die Botschaft zu sprechen. Und anstatt zum Kampf gegen den Kommunismus anzutreten, wie ihr aufgetragen wurde, stellte die Kirche im Gefolge des Zweiten Vatikanischen Konzils im Jahr 1962 die Verurteilung des Kommunismus und der Sowjetunion gänzlich ein. Anstatt also ihre Rolle als Stellvertreter Christi auf Erden fortzuführen, beging die Kirche Hochverrat an ihrer eigenen Bestimmung durch die Vertuschung und Verfälschung der himmlichen Botschaft und durch ihre Untätigkeit gegenüber der Ausbreitung des antichristlichen Marxismus. Damit trifft auf die heutige Kirche zu, was in der Bibel bei Matthäus 23,13 geschrieben steht: »Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließet vor den Menschen! Ihr kommt nicht hinein, und die hinein wollen, lasst ihr nicht hineingehen.« Die Folge dieses verweigerten Gehorsams der obersten Kirchenführung wird sein, dass das in den Marienerscheinungen von La Salette, Fatima und Akita und ebenfalls in den großen europäischen Prophezeiungen beschriebene Szenario wahr werden wird, denn der Kommunismus ist auch im Jahr 2010 keinesfalls überwunden. Nachdem alle Warnungen des Himmels über Jahrzehnte hinweg ignoriert wurden, regiert auch 20 Jahre nach dem scheinbaren Ende der Sowjetunion in Moskau noch immer das KGB. Und allen Freundschaftsbeteuerungen zum Trotz läuft die explizit gegen die westlichen Staaten gerichtete russische Aufrüstung seit Jahrzehnten auf Hochtouren. Mit dem Fortschreiten der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, welche in Moskau bereits seit Jahrzehnten erwartet und deren Entstehung tatkräftig gefördert wurde, ist die offizielle Rückkehr des Kommunismus nur eine Frage der Zeit, denn sie ist das erklärte Endziel der seit Beginn der 60er-Jahre verfolgten sowjetischen Langzeitstrategie. Es ist zu erwarten, dass die Rückkehr des Kommunismus in der bevorstehenden zweiten Oktoberrevolution nicht auf Russland beschränkt bleiben wird, sondern auch auf die westlichen Staaten übergreift, denn genau dafür wurde im Gefolge der 68er-Bewegung der ideologische Grundstein gelegt. Auf den prophezeiten Glaubensabfall, der in den 60er-Jahren bereits Realität wurde, wird letztlich die Weltrevolution und der Dritte Weltkrieg folgen. Dann werden, wie es bereits im zweiten Geheimnis heißt, als Folge der Ausbreitung der marxistischen Irrlehren mehrere Nationen vernichtet werden.

Um all dies abzuwenden, verlangte Maria nicht, dass Russland katholisch werde, sondern nur die Weihe an ihr Herz, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die hartnäckige Verweigerung dieser Weihe ist der untrügliche Hinweis darauf, dass die bereits wenige Monate vor der Oktoberrevolution vorhergesagten Irrtümer Russlands seit langem im Vatikan Einzug gehalten haben. Es sei daran erinnert, dass dieser Auftrag am 13. Juli 1917 erfolgte, also zu einer Zeit, da Lenin bereits in St. Petersburg weilte und die Oktoberrevolution vorbereitete. Die Botschaft von Fatima ist eindeutig: Fatima bezieht sich vollständig auf die Ausbreitung des Kommunismus und warnt vor der im Jahr 1960 beginnenden kommunistischen Langzeitstrategie und ihren Folgen für die gesamte Menschheit. In Fatima erfolgte der Aufruf an die Kirche zum Kampf gegen den Kommunismus. Mit dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. hat das dritte Geheimnis hingegen kaum mehr gemein, als dass es als eine Warnung für die auf Abwege geratene katholische Kirche zu verstehen ist. Denn als am Fatimatag des Jahres 1981 Ali Agca auf Johannes Paul mehrere Schüsse abfeuerte, stand der Pluto mit 22°09’ Waage exakt auf dem Geburts-Mars des Papstes, der nach seiner Genesung Maria als seine Retterin bezeichnete und die aus seinem Körper entfernte Kugel in die Krone Mariens zu Fatima einschmelzen ließ. Was Johannes Paul bis zu seinem Tod im März 2005 nicht wahrhaben wollte, es war weniger eine Rettung denn ein Schuss vor den Bug und das im wahrsten Sinne des Wortes!

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum der russische Präsident Putin nach dem Bekanntwerden der Verlautbarung des Bischofs Serafim kurzfristig zum Papst geeilt war. Es darf als sicher gelten, dass Putin die längst überfällige Weihe Russlands an Maria befürchtet hatte. Und auch wenn seine Sorge unbegründet war, zeigt diese Episode doch, wie stark Russland in den gesamten Prophezeiungskomplex von 1917 verwickelt ist. Während in Russland derzeit insgeheim die Rückkehr des Kommunismus vorbereitet wird, ist der Vatikan die Weihe Russlands bis zum heutigen Tag noch immer schuldig geblieben. Und sollte der Papst diese Weihe irgendwann doch noch nachholen, dann wird es zweifellos zu spät sein, um die prophezeiten Ereignisse noch abzuwenden. Dann wird erst das Scheitern der Weltrevolution und der gewaltsame und diesmal vollständige Untergang des Kommunismus der Welt den Frieden bringen, denn die Fatima-Botschaft lässt keinen Zweifel daran, dass am Ende Marias »Unbeflecktes Herz« triumphieren wird.


Autoreninfo:

Robert Müntefering ist promovierter Historiker und war von 1989 bis 1994 Dozent an der astrologischen Schule von Wolfgang Döbereiner mit dem Schwerpunkt Geschichte. Er lebte in Fatima und betrieb seit 2002 - 2015 eine Internetseite, die das aktuelle weltpolitische Geschehen aus astrologischer Sicht analysierte. Er verstarb an Krebs am 22.1.2015.

http://www.astrokosmos.de/html/tod_robert_muntefering.html

 

In der „Warnungs-Botschaft“ 324 vom 26. Januar 2012 sagt Jesus:

»Meine Tochter, selbst das Letzte Geheimnis von Fatima wurde der Welt nicht übermittelt, weil es die Wahrheit dessen enthüllte, dass Satans böse Sekte in den Vatikan eingezogen ist.

Der letzte Teil des Geheimnisses (von Fatima) ist deswegen nicht enthüllt worden, um die böse Sekte zu schützen, welche seit der Erscheinung Meiner Mutter beim Heiligtum von Fatima in großer Zahl in den Vatikan eingezogen ist.

Meine Tochter Luzia wurde durch die Mächte, die einen Teil des Vatikans kontrollieren und über den Meine armen geliebten Päpste nur wenig Kontrolle haben, zum Schweigen gebracht.«

Wesens, Wirkens und Zieles Satans, seine Machtergreifung im Vatikan