Der Weizen und das Unkraut
Heute, liebe Brüder, erfahren wir im Evangelium, dass der Besitzer des Ackers seinen Weizen auf guten Boden gesät hatte. Aber während er schlief, kam der Feind und säte Unkraut darunter. Das will heißen, dass Gott den Menschen gut und vollkommen geschaffen hatte, dass aber der Feind kam und die Sünde hineinsäte. Da haben wir den Sündenfall Adams, einen schrecklichen Fall, der der Sünde Einlass in das Herz des Menschen verschaffte. Ihr sagt, dass das Unkraut ausgerissen werden muss? „Nein“, sagt der Herr dazu, „damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Wartet bis zur Ernte.“ Das Herz des Menschen muss bis zum Ende so bleiben: eine Mischung aus Gutem und Bösem, aus Laster und Tugend, aus Licht und Finsternis, aus Weizen und Unkraut. Gott wollte diese Vermengung nicht aufheben und uns eine neue Natur schaffen, in der es nur gutes Korn gäbe. Er will, dass wir kämpfen, uns abmühen, das Unkraut daran hindern, alles zu überwuchern. Der Teufel kommt, um auf unserem Weg Versuchungen auszustreuen; mit Gottes Gnade aber können wir ihn besiegen, können wir das Unkraut ersticken. Drei Dinge sind gegen die Versuchung unbedingt nötig: das Gebet, das uns erleuchtet, die Sakramente, die uns stärken, und die Wachsamkeit, die uns bewahrt. Glücklich die Seelen, die versucht werden! Wenn der Teufel ahnt, dass ein Mensch nach der Vereinigung mit Gott strebt, verdoppelt sich seine Wut.
Hl. Jean-Baptiste Marie Vianney (1786-1859) - Priester, Pfarrer von Ars
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Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 13,24-43.
In jener Zeit erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte.
Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein.
Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut?
Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt.
Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune!
In jener Zeit legte Jesus der Menge ein weiteres Gleichnis vor und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte.
Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.
Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war.
Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen, damit sich erfülle, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen, ich spreche aus, was seit der Schöpfung der Welt verborgen war.
In jener Zeit verließ Jesus die Menge und ging in das Haus. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
Er antwortete: Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn;
der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches; das Unkraut sind die Kinder des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Schnitter sind die Engel.
Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gesetzloses getan haben,
und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten.
Wer Ohren hat, der höre!