Reinkarnation vs. Wiedergeburt!

Der Kreislauf der Wiedergeburt: "Himmel, Hölle, Fegefeuer sind real!"

Wiedergeburt ist hier nicht als Wiederverkörperung (Reinkarnation) in einen physischen Körper (feste Materie!) zu verstehen, sondern als Wechsel von einem Daseinszustand in einen anderen, d.h. stirbt ein Tier oder Mensch so wechselt er in eine feinstoffliche Ebene (Astralebene, Anderswelt, Jenseits), also eine Wiedergeburt im Himmel, Hölle, Fegefeuer!!

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Reinkarnation

   "Ein paar Fischer hatten mit ihrem Boot in Encinitas einen schlechten Tag gehabt. Nach Stunden der Arbeit mit sehr magerem Resultat waren sie daran, nach Hause zu gehen. Als sie ihr Boot hereinbrachten, wandelte Paramhansa Yogananda zufällig den Strand entlang.

„Ihr gebt auf?" wollte er wissen.

„Ja", erwiderten sie betrübt. „Kein Fisch."

„Warum versucht ihr es nicht noch ein einziges Mal?" schlug der Meister vor.

Etwas in seinem Gehaben liess sie seinen Rat befolgen. Als sie noch einmal hinausfuhren, machten sie reiche Beute.

Auf diese Weise wurde der wachsenden Legende in der Ortsgemeinde Encinitas über den eigenartigen, freundlichen Swami, um den sich die Dinge irgendwie immer zum Besten wendeten, ein weiteres rätselhaftes Glied beigefügt.

Für mich illustriert diese Geschichte, die ich indirekt über einige der Einwohner dort hörte, eine grundlegende Wahrheit menschlichen Lebens, eine, die Meister oft herausstrich: Unbeschadet der Häufigkeit des Versagens sollte man niemals Missgeschicke als endgültige Urteile des Schicksals akzeptieren. Als Kinder der Unendlichkeit haben wir ein Recht auf Gottes grenzenlose Großmut. Fehlschlag ist niemals das, was Er für uns will. Es handelt sich lediglich um eine zeitweise Konditionierung, die wir uns selbst durch einen wie immer gearteten Mangel an Übereinstimmung mit dem kosmischen Gesetz auferlegen. Durch wiederholte Bemühung um Erfolg verfeinern wir diese allmählich. „Versucht es noch ein einziges Mal", sagte der Meister. Wenn unsere grundsätzlichen Intentionen gesetzmäßig sind, bedeutet Versagen lediglich, dass uns noch kein Gelingen beschieden war. Das Leben gibt uns, mit anderen Worten, Fehlschläge als Stufen des Erfolges.

Im Fall der Fischer sorgte Meisters Segen für eine nötige Zugabe, aber nur insofern, als er die Bemühungen dieser Männer schneller mit dem in Übereinstimmung brachte, was sie bereits zu erreichen trachteten. Wären die Männer selbst für seinen Segen nicht bereit gewesen, hätte er ihn nicht erteilt, oder, umgekehrt formuliert, sie hätten ihn nicht angezogen. Die Sensitivität, mit der es jemand noch einmal probiert, ist der wahre Schlüssel zum Gelingen - und nicht der bloße Akt der Wiederholung. Es gibt Leute, die alles schnell erreichen, während andere sich Jahre erfolglos mühen. Übereinstimmung ist das Geheimnis. Genialität hängt in viel höherem Maße davon ab als von harter Arbeit oder intellektueller Brillanz. Und die höchste unter all den möglichen Arten der Übereinstimmung ist das Bewusstsein, dass Gottes Kraft der Wirkstoff in uns ist.

Die Geschichte von den Fischern ist auch ein Symbol für Gottes immerwährende Bereitschaft, dem Menschen jene „zusätzliche Chance" zu geben, die er braucht, um alle Verlangen aus dem Meer Seines Überflusses zu stillen. Darüber hinaus legt diese Geschichte nahe, dass Gottes Nachgiebigkeit - nenne es eher Seine liebende Erwartung für uns - ewig ist. Die indischen Lehren behaupten, auch die Seele verfüge über nie endende Möglichkeiten, Perfektion zu erlangen. Ein Mensch dürfe niemals die Hoffnung sinken lassen, selbst wenn ihn das Missgeschick sein Leben lang verfolge. Durch wiederholte Inkarnationen könne - ja müsse er - schließlich obsiegen.

Auf dem Gebiet der Reinkarnation scheinen die indische Philosophie und die christliche Lehre im Widerspruch zu stehen. Tatsächlich wird diese Doktrin in den gängigen Bibel-Interpretationen abgelehnt, nicht jedoch in der Heiligen Schrift selbst. Reinkarnation ist weder eine unchristliche noch eine unjüdische Auffassung. Sie wurde von einigen der frühen großen Kirchenväter gelehrt, einschließlich Origen (185-254 n.Chr.) (20), der für sich in Anspruch nimmt, diese Weisheiten in ungebrochener Tradition „aus apostolischen Zeiten" überliefert bekommen zu haben. Erst fünf Jahrhunderte nach Christi Geburt wurde diese Doktrin schließlich auf dem Konzil von Konstantinopel (533 n.Chr.) aus der christlichen Glaubenslehre entfernt. Der gegen sie verkündete Bannstrahl war die Folge politischer Ränke, nicht theologischen Purismus. Gelehrte entdeckten kürzlich, dass Papst Vigilius, obwohl damals in Konstantinopel anwesend, an der Verkündung des Banns in keiner Weise teilnahm und im übrigen das gesamte Konzil boykottierte.

Zahlreiche Bibelstellen (21) unterstützen den Glauben an die Reinkarnation. Diese Doktrin findet sich in nachtestamentarischer Zeit sowohl in jüdischer als auch in christlicher Tradition. Rabbi Manasseh ben Israel (16041657 n.Chr.), jüdischer Theologe und Staatsmann, schrieb: „Der Glaube oder die Doktrin der Seelenwanderung ist ein festes und unfehlbares Dogma, welches unsere gesamte Kirchenversammlung (sic!) einhellig anerkennt, sodass niemand zu finden ist, der es abzulehnen wagt ... Seine Wahrheit ist von der Zohar und allen Büchern der Kabbalisten unwiderlegbar aufgezeigt worden." Und während moderne Juden diese Thesen im allgemeinen ablehnen, stimmen ihnen die mit den spirituellen Traditionen vertrauten Rabbiner durchaus zu. Die Reinkarnation ist in der Shulhan Oruch, dem Hauptbuch von den Gesetzen in der Torah, enthalten. Ein Student für das Rabbinat in Israel sandte mir verschiedene, diese Auffassung unterstützenden Zitate aus diesem Buch, einschließlich dem folgenden aus der Shaar Hatsiyune, Brief 6vav: „Diese Seele wird Zeit für Zeit wieder in diese Welt gesandt, bis sie tut, was Gott will, dass sie tue." Der Student legte dar, dass sein Rabbi die Doktrin der Reinkarnation nach dem Studium dieses Briefes nicht länger ablehnen konnte.

Zu den berühmten westlichen Denkern, die dieser Doktrin anhingen, zählt der deutsche Philosoph Schopenhauer: „Würde mich ein Asiate nach einer Definition für Europa fragen, wäre ich gezwungen, ihm zu antworten: Es ist jener Teil der Welt, der von der unglaublichen Täuschung, der Mensch sei aus dem Nichts erschaffen und seine gegenwärtige Geburt sei sein erster Eintritt in das Leben, verblendet ist." (22) Voltaire schrieb: „Es ist keine größere Überraschung, zweimal geboren zu werden als einmal." Und der britische Philosoph Humos stellte fest, dass Reinkarnation „das einzige System ist, dem die Philosophie lauschen kann".

Gemäss der These der Reinkarnation ist das Leben eine Schule, die viele Stufen beinhaltet. Das äußerste Ziel menschlicher Erfahrung ist die Reifung von beschränkter, egoistischer Auffassung in kosmisches Bewusstsein. Meilensteine zu dieser unbedingten Gewahrsamkeit sind die Entfernung aller einschränkenden Verhaftungen, Abhängigkeiten und Verlangen, die Erweiterung der Liebesfähigkeit und ein wachsendes Erkennen, dass Gott die eine dahinter liegende Realität des Universums ist.

Die Fabel des kosmischen Dramas der Schöpfung umfasst nicht nur die biologische, sondern auch die individuelle, egoische Evolution. Damit das Ego die höchste Vollendung erlangen kann, bedarf es vieler Lebensspannen.

Die egoische Entwicklung beginnt, genau wie die äußeren Lebensformen, auf den niedrigsten Ebenen bewusster Identität. Sie bewegt sich zuerst automatisch aufwärts, durch pflanzliche, insektoide und tierische Formen, bis sie schließlich auf menschlicher Stufe anlangt (23). Danach endet der Automatismus in der Evolution, denn in des Menschen höher entwickeltem Gehirn und Nervensystem erfährt das Ego zum ersten Mal die Befähigung, Unterscheidungskraft anzuwenden und entwickelt daher ein bestimmtes Maß an freiem Willen. Die spirituelle Evolution beschleunigt oder verzögert sich, oder erfährt an einem bestimmten Punkt eine zeitweise Umkehrung, entsprechend dem Ausmaß der jeweiligen individuellen Anstrengungen.

Die Ergebnisse der Selbstbemühung werden durch das Gesetz des Karma reguliert. (Das Newtonsche Gesetz von Aktion und Realdon ist eine physische Manifestation dieses geistigen Gesetzes.) Dem Kosmischen Gesetz zufolge hat jede Handlung, einschließlich jeden Gedankens, eine ausgleichende Reaktion zur Folge. Die Schöpfung kann, da sie nichts anderes als ein Traum des Schöpfers ist, ihre Erscheinung der Getrenntheit von Ihm nur durch die Illusion der Dualität bewahren. Man kann sagen, dass der Geist, eins und unteilbar, bei der Schöpfung einen Teil Seines Bewusstseins in Bewegung versetzt - wie Wellen auf der Meeresoberfläche (24), oder wie die

23) In den Hinduschriften steht, dass wir fünf bis acht Millionen Inkarnationen in niederen Lebensformen brauchen, um die menschliche Ebene zu erreichen.

24) „Und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht." (Das erste Buch Mose, Die Schöpfung 1:2,3).

Zinken einer Stimmgabel, die durch Verlassen des Ruhezustandes und durch Bewegungen in einander entgegengesetzte Richtungen einen Ton erzeugen. Da die natürliche Position der Zinken die Mitte ist, kann keine Bewegung aus diesem Punkt, in welche Richtung immer, in sich selbst vollständig sein; sie muss durch eine gleichartige und entgegengesetzte Bewegung ausgeglichen werden.

Karma heißt einfach Handlung (Aktion). Jede Aktion bedeutet Bewegung aus einem Ruhepunkt im Geiste. Und solch eine Bewegung resultiert früher oder später unvermeidlich aus einer gleichgearteten, aber entgegengerichteten Bewegung: einer entsprechenden Reaktion. Wer Hass sät, erntet Hass. Wer Liebe gibt, zieht Liebe an. Wenn das Ego allmählich in Weisheit heranreift, erlaubt es den Handlungen in einer Weise durchzufließen, mit der keine wie immer gearteten Gefühle persönlicher Verwicklung verbunden sind. Dann hören auch die Früchte der Aktionen auf, das Ego zu beeinflussen. Der Weise, der den Höhepunkt spiritueller Evolution repräsentiert, ruht unerschütterlich im gelassenen Zentrum seines Wesens" gesegnet durch die Erkenntnis, dass er und der unbewegliche, unendliche Geist eins sind.

Die Leute entgegnen oft: „Wenn jedermann reinkarniert, warum kann sich dann niemand daran erinnern, früher gelebt zu haben?" Die einfache Antwort ist, dass viele sich tatsächlich daran erinnern!

Eine der interessantesten Darstellungen dieser Art erreichte mich vor Jahren von einem Freund aus Kuba, der mir den in einer kubanischen Zeitung erschienenen Nachdruck eines ursprünglich in Frankreich veröffentlichten Artikels schickte. Dem Bericht zufolge verwendete ein junges französisches Mädchen, Tochter ergebener katholischer Eltern, erkennbar indische Wörter, wie „Rupie", sobald es alt genug war, um überhaupt zu sprechen. Zwei Wörter, die es wiederholt gebrauchte, waren „Wardha" und „Bapu". Die Eltern waren beunruhigt und begannen, Bücher über Indien zu lesen. Wardha, erfuhren sie, war das Dorf, in dem Mahatma Ghandi seinen ashram errichtet hatte. Und „Bapu" war jener Name, unter dem er seinen engsten Freunden und Jüngern bekannt war. Das Kind behauptete, in seiner letzten Inkarnation in Wardha mit Bapu gelebt zu haben.

Eines Tages überreichte jemand seinen Eltern eine Ausgabe der Autobiographie eines Yogi" in deren letzten Teil Yogananda seinen Besuch bei Mahatma Gandhi in Wardha im Jahre 1936 beschreibt. In dem Augenblick, da das Kind Yoganandas Photographie auf dem Einband sah" rief es entzückt: „Oh, das ist Yogananda! Er kam nach Wardha. Er war sehr schön!"

Der Glaube an das Prinzip der Wiedergeburt hilft einem, Fortschritt freudig zu betrachten, ohne Angst und Selbstzweifel.

„Gibt es irgendein Ende in der Evolution?" fragte ein Besucher einmal Paramhansa Yogananda.

„Kein Ende", antwortete der Meister. „Der Fortschritt geht weiter, bis du die Endlosigkeit erreichst."

Auf Mt. Washington war Reinkarnation ein normaler Teil unserer Denkungsart. Wir nahmen es mühelos auf, wenn Meister uns manchmal über unsere oder jemandes anderen vergangenen Leben berichtete. Ich erzählte ihm einmal, dass ich immer den Wunsch gehabt hatte, allein zu leben. Seine Antwort war: „Das kommt daher" weil du es zuvor getan hast. Die meisten, die bei mir sind, haben viele Leben allein zugebracht." Er machte solche Bemerkungen so beiläufig, dass ich nur selten das Bedürfnis hatte" ihn um weitere Informationen zu bitten.

Einige Jahre nachdem Dr. Lewis seine Mutter verloren hatte, teilte ihm Meister, um des Doktors Devotion für seine Mutter wissend, mit: „Sie ist wiedergeboren worden. Wenn du nach ... (er erwähnte einen Ort in England) fährst, wirst du sie dort finden." Dr. Lewis unternahm die Reise.

„Es war unglaublich," erzählte er mir später. „Das Kind war erst drei Jahre alt, aber in vielen seiner Verhaltensweisen glich es genau meiner Mutter. Ich merkte auch, dass mich das Mädchen sofort mochte. Es war fast" als ob es mich zu erkennen schien."

Mrs. Vera Brown besuchte eines Abends mit Meister und einigen seiner Jünger ein Theater. Ein kleines Mädchen in der Reihe vor ihnen zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. „Ich konnte meine Augen nicht von ihr lösen", erzählte sie mir. „Irgendetwas an diesem Kind faszinierte mich. Ich nahm an, es kam daher, dass es für sein Alter so alt und weise aussah, gleichzeitig aber auch so traurig. Nachher erklärte mir Meister: ,Du warst an diesem kleinen Mädchen interessiert, nicht wahr?' ,Ja, Sir', antwortete ich. Ich weiß nicht warum, aber ich sah mich es die ganze Zeit beobachten, während wir dort waren.

,In seinem letzten Leben', sagte Meister, ,starb es in einem deutschen Konzentrationslager. Deswegen schabt es so traurig. Aber seine tragischen Erfahrungen dort und das Mitgefühl, das es dadurch entwickelte, haben es zu einer Heiligen gemacht. Das war die Weisheit, die du in dem Kind gesehen hast und die dich so angezogen hat.'"

Diskussionen über Reinkarnation wurden manchmal ausgesprochen interessant. Manchmal nahm er uns - immer beiläufig - mit Hinweisen auf die vergangenen Leben bestimmter wohl bekannter Figuren gefangen.

1939 besuchte Meister Stonehenge in England. Zu seinem Sekretär Richard Wright (Daya Matas Bruder) bemerkte er leise: „Ich lebte hier selbst dreieinhalbtausend Jahre zuvor."

„Winston Churchill", sagte er uns, „war Napoleon. Dieser wollte England erobern. Churchill hat diese Ambition als englischer Premierminister erfüllt. Napoleon wollte England zerstören. Als Churchill hatte er über das Auseinander fallen des britischen Empire zu präsidieren. Napoleon wurde ins Exil geschickt, um später wieder die Macht zu erlangen. Churchill wurde in ähnlicher Weise aus der Politik verbannt, kam aber nach einiger Zeit wieder an die Macht." Es war ein interessantes Faktum, dass Churchill als junger Mann die militärischen Übungen Napoleons inspirierend fand.

„Hitler", setzte Meister fort, „war Alexander der Grosse." Ein interessanter Vergleichsmaßstab ist hier, dass sowohl Hitler, als auch Alexander die schnelle Attacke bevorzugten - Blitzkrieg, wie es Hitler nannte. Im Orient, wo Alexanders Eroberungszüge für die Zerstörung großer Zivilisationen verantwortlich waren, wird sein Beiname „der Grosse" natürlich ironisch aufgefasst.

Meister hatte gehofft, in Hitler Alexanders wohl bekanntes Interesse für die Lehren Indiens wiederzuerwecken und dieserart die Ambitionen des Diktators auf mehr spirituelle Ziele zu richten. 1935 machte er auch tatsächlich den Versuch, Hitler zu treffen, aber sein Audienzersuchen wurde abgelehnt.

Mussolini war nach Meisters Angaben Marc Anton. Kaiser Wilhelm war Julius Cäsar. Stalin war Dschingis Khan.

„Wer war Franklin Roosevelt?" wollte ich wissen.

„Ich habe es niemandem jemals erzählt", antwortete Meister mit einem verschmitzten Lächeln. „Ich fürchte, ich könnte in Schwierigkeiten kommen!"

Auch von verklärteren Leuten erzählte Meister. Therese Neumann, die katholische Stigmatistin aus Konnersreuth in Bayern, war Maria Magdalena. „Daher kommt es", erklärte er uns, „dass ihr diese Visionen von der Kreuzigung Christi gewährt worden sind."

„Lahiri Mahasaya", berichtete er mir einmal in Twenty-Nine-Palms, „war der größte Heilige seiner Zeit. In einem früheren Leben war er König Janaka (25). Babaji gab ihm die Einweihung in jenem goldenen Palast (von dem in Autobiographie eines Yogi die Rede ist; Anm.d.Übs.), weil er dort schon zuvor gelebt hatte."

25) Janaka, obwohl ein König, war auch einer der großen Meister des alten Indiens.

Laut Bericht eines anderen Jüngers erzählte Meister jemandem, dass Lahiri Mahasaya auch der große mittelalterliche Mystiker Kabir gewesen war.

„Babaji", sagte uns Meister, „ist eine Inkarnation des größten indischen Propheten, Krishna."

Meister eröffnete uns dann, dass er selbst Krishnas engster Freund und Jünger gewesen war, Arjuna („Prinz der devotees" nennt ihn die Bhagavad Gita). Es fiel uns nicht schwer zu glauben, dass er dieser mächtige Krieger war. Meisters unglaubliche Willenskraft, seine angeborene Führungsgabe und seine enorme physische Kraft, wenn er beschloss, sie anzuwenden, deuteten allesamt auf jemanden mit den Eigenschaften eines alles besiegenden Helden hin. Während des Gespräches über diese Inkarnation sagte mir Meister: „Das ist der Grund, warum ich in diesem Leben Babaji so nahe bin."

Meister wusste um den Wert, abstrakte Lehren mit diesen interessanten Nebenaspekten der Wirklichkeit zu illustrieren. Die Barrieren der Erinnerung, die sich für die Durchschnittsperson zwischen den einzelnen Lebensspannen aufrichten, fallen vor dem Mann der Weisheit. Aber Meisters und unser wirkliches Interesse lag natürlich im Erlangen göttlicher Erleuchtung. Wir fanden, dass die Vertrautheit mit dem Gesetz der Reinkarnation uns half, unseren Entschluss zu vertiefen, dem monotonen Rad von Tod und Wiedergeburt zu entraten.

Einmal hatte ich einen interessanten Traum, der mir mehr zu sein schien, als „bloß" ein Traum. Ich sah mich selbst in einem anderen Leben, tief einem besonderen Freund ergeben. Dieser nützte meine Devotion aus und behandelte mich mit einer Unfreundlichkeit, die zwischen Herablassung und offener Verachtung schwankte. Mit der Zeit entwickelte ich ihm gegenüber Gefühle tiefer Bitterkeit. Als sich das Ende dieser Inkarnation näherte, sah ich ein, dass meine Bitterkeit als Magnet wirken würde, der uns in ähnliche, aber umgekehrte Umstände zurückziehen werde, sollte ich mit dieser Einstellung sterben. Dieser Rollenwechsel würde mich dann in die Lage versetzen, ihn ebenso unfreundlich zu behandeln, wie er mich jetzt. Wenn ich das aber verwirklichte, könnte er seinerseits eine Bitterkeit entwickeln, die unsere Positionen höchstwahrscheinlich abermals vertauschte. Möglicherweise könnte uns zu guter Letzt nur eine Folge solcher „Vergeltungsengagements" von allmählich abnehmender Intensität dazu befähigen, unsere Hass - Liebebeziehung zu harmonisieren - gleich den Echos, die schrittweise durch ein Tal abklingen.

„Warum es so lange hinausziehen?" fragte ich mich. „Ist es nicht möglich, diesem Knäuel hier und jetzt zu entrinnen? Welche Lektionen auch immer mein Freund zu lernen hat - gewiss kann wenigstens ich mich befreien." Dann rief ich aus der Tiefe meines Herzens: „Ich vergebe ihm!" In diesem Augenblick erwachte ich mit einem sich ausbreitenden Gefühl unbeschreiblicher Erleichterung. Im einfachen Akt des Verzeihens fand ich mich von einer tatsächlichen karmischen Bürde befreit.

Alles menschliche Leben, so sagen uns die indischen Schriften, ist ein Traum. Sein Ziel ist letzten Endes, uns zu helfen, unsere Lektionen wohl zu lernen, unsere Abhängigkeiten von materiellen Beschränkungen zu überwinden und zu erkennen, dass alle Dinge, mögen sie auch separiert und in sich selbst real erscheinen, nichts als Manifestationen des einen Lichts Gottes sind. Das allerbeste karma ist die Fähigkeit, Ihn zu lieben.

„Sir", sagte Norman einmal ziemlich verdrossen zu Meister, „ich glaube nicht, dass ich sehr gutes karma habe."

„Merk dir eines", antwortete der Meister mit tiefem Ernst, „es bedarf sehr, sehr, SEHR guten karmas, um Gott überhaupt erkennen zu wollen!" Durch die Liebe zu Gott - und nur durch diese Liebe - kann man die endgültige Erlösung von physischer Wiedergeburt erlangen und auch das Recht, zu höheren Sphären der Existenz aufzusteigen. Der Sieg kommt nicht, wenn man diese Welt hasst, sondern wenn man Gottes Präsenz darin überall erschaut, dem größten Narren die gleiche Referenz erweist wie einer heiligen Stätte.

„Ihr müsst sehr freudig und glücklich sein", sagte Meister, „weil das Gottes Traum ist, und weil der kleine Mann und der große nichts als das Bewusstsein des Träumers sind."

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Aus: "The Path" von Swami Kriyananda, direkter
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